Meknes und die Übernachtung in einem Riad

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Riad in Meknes am Abend

In Meknes übernachten wir in einem Riad, einer traditionellen Unterkunft mitten in der Medina. Es ist eine Oase der Ruhe.

Tausend und eine Nacht in Meknes

Ich habe geschlafen wie im Märchen. Tausend und eine Nacht ist Wirklichkeit geworden. Über dem großen Doppelbett ein Baldachin aus Gaze, kunstvoll bestickt mit zahlreichen bunten Blumen. Geweckt worden bin ich von dem Gezwitscher der Vögel. Obwohl das Hotel mitten in der Medina von Meknes liegt, höre ich nur diese Vögel. Kein Stimmengewirr und keine Autos, nichts Störendes zu hören. Noch nicht einmal der Muezzin ruft um diese Zeit. Eine himmlische Ruhe.

Leider sind wir gestern Abend sehr spät erst im Hotel angekommen. Von all den Eindrücken tagsüber war ich ziemlich erschöpft, aber angenehm träge.

Übernachtung in einem Riad

Unser Hotel ist ein Riad, der Palais Didi mitten in der Medina von Meknes. Ein Riad ist eine traditionelle Unterkunft innerhalb der Altstadt mit einem bepflanzten Innenhof. Das arabische Wort riyad steht für Garten. Die Häuser sind oder waren in Privatbesitz und sind innerhalb der lauten Altstadtgassen eine Oase der Ruhe. Heute sind sie meist komfortabel restauriert und deshalb nicht ganz billig. Sie sind aber den Touristenhotels am Rand der Städte auf jeden Fall vorzuziehen.

Wir haben ein wunderschönes Zimmer, mit Eingang direkt zu dem Innenhof. Das Plätschern des mit Rosenblättern bedeckten Brunnens ist wohltuend entspannend. Zur Begrüßung gab es einen belebenden Grüntee mit Minze und etwas Gebäck. Der Innenhof ist überspannt mit einem spitz zulaufenden, in viele kleine Falten gelegten weißen Stoff, der das späte Sonnenlicht angenehm einfängt. Überall stehen Tongefäße mit Palmen und anderen prächtigen Grünpflanzen. Viele gemütliche Sessel und niedrige Tische laden zum Verweilen ein. Direkt vor unserem Zimmer steht der Esstisch, nur für uns beide eingedeckt.

Fürstliches Abendessen

Nach einer kleinen Weile gab es Abendessen. In vielen kleinen Schälchen wurden verschiedene Vorspeisen serviert. Möhren und klein gewürfelte Kartoffeln, gewürzt mit viel Koriander. Rote-Beete-Salat, Zucchini, Reis und saftige, aromatische, hellgrüne Oliven. Auf der Fahrt hierhin sind wir an großen Oliven-Plantagen vorbei gekommen. Danach wurde ein butterweiches Lammfleisch serviert, gegart in einer Tajine. Das ist ein Tongefäß mit einem spitz zulaufenden oben leicht geöffneten Deckel. Das Fleisch war gegart mit Trockenfrüchten, Pflaumen und Aprikosen, mit etwas Zimt gewürzt. Zum Abschluss wurden Früchte gereicht. Mehr hätten wir auch nicht mehr geschafft. Alkohol gab es hier keinen. Aber wirklich vermisst haben wir ihn nicht. Ein Bier zu diesem leckeren Essen wäre wahrscheinlich sogar ein Frevel gewesen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück erkunden wir die Medina. Lange brauchen wir nicht hierfür. Sie ähnelt der Altstadt von Casablanca und in Erwartung des nächsten Tages, an dem wir die Souks von Fes erkunden werden, erscheint uns diese Medina nicht ganz so interessant.

Fahrt nach Fes

Wir brechen schließlich auf Richtung Fes. Auf halber Strecke biegen wir nach Norden in Richtung Moulay-Idriss, dem bekannten Wallfahrtsort ab. Wer sieben Mal dorthin pilgert, kann sich die Reise nach Mekka sparen. Wir pilgern nicht, sondern fahren ein Stück weiter zur Ausgrabungsstätte Volubilis. Wir schauen uns den Tempel, den Triumphbogen und einige Mosaike aus der Römerzeit an. In Anbetracht der vielen Touristen bleiben wir nicht allzu lange.

Die Fahrt geht weiter und wir kommen am frühen Nachmittag bereits in unserem Hotel an. Es ist ein sehr großes Hotel in der Neustadt, direkt an der Avenue Hassan II, der Prachtpromenade in Fes, oder wie man auch sagt, dem Champs d’Elysee von Fes. Das Hotel Pickalbatros Royal Mirage wird offensichtlich von vielen großen Reisegruppen frequentiert. Das Zimmer ist zwar hell und freundlich eingerichtet, aber es könnte überall auf der Welt sein. Wir ziehen uns um und trinken erst einmal in Ruhe eine Cola an der Pool-Bar.

Galerie Meknes

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