Zähne wie ein Hai

„Und der Haifisch, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht.“ (Textauszug aus Mackie Messer von Bertold Brecht) Gestern bei „Quarks & Caspers“ im WDR-Fernsehen ging es rund um das Thema Zähne. Warum haben einige Menschen gute, und einige schlechte Zähne. Ist das genetisch bedingt, oder liegt das am schlechten Essen oder gar am falschen Zähneputzen. Wie haltbar ist ein Zahn und was bringt ihn zum bersten. Ist der Mensch von der Natur aus schlecht ausgestattet, weil er mit Ausnahme der „Milchzähne“ keine Reservezähne hat. Schließlich ist der Hai mit mehreren Reihen Zähnen ausgestattet, und so wie sie verbraucht sind, wachsen neue Reihen heran. Das wäre es doch. Sind wir in der Genforschung etwa noch nicht so weit, dass wir dieses Genom beim Hai identifizieren und uns Menschen einpflanzen können? Wie toll das wäre. Ich könnte so viel Süßes essen, wie ich möchte, und bräuchte noch nicht mal die Zähne zu putzen. Das bedeutet, morgens mindestens fünf Minuten länger schlafen. Und wenn der Zahn verfällt oder sagen wir besser verfault, dann ist da schon der nächste, der nur darauf wartet, die Arbeit zu übernehmen. Und die WHO könnte sich mit wichtigeren Themen befassen, als eine Empfehlung zur Reduzierung des Zuckerverbrauches zu erarbeiten. Wenn wir aber unsere Zähne verfaulen lassen, das hätte dann andere Folgen. Zunächst der ästhetische Aspekt. Alle hätten braune Zähne, teilweise abgebrochen und Zahnlücken bis das der neue Zahn in Reih und Glied ist. Vor allem aber hätten wir alle Mundgeruch. Doch Moment, wenn wir alle Mundgeruch haben, dann fällt das keinem mehr auf. Das ist so wie bei Knoblauch. Mit den faulen Zähnen und dem entzündeten Zahnfleisch dringen aber Bakterien in die Blutbahn. Dies wiederum schadet anderen Organen. Und dann die Zahnärzte und die Zulieferer, die würden arbeitslos. Eine ganze Branche lebt doch davon, dass unsere Zähne nicht ewig halten. Auch die Hersteller von Zahnbürsten, Zahnpasta und Mundwasser hätten keinen Absatzmarkt mehr. Ganze Regale in den Drogerien könnten geräumt werden. Hören wir lieber auf mit diesem Szenario. Es ist schon gut so, wie es ist. Die Natur hat sich wohl doch etwas dabei gedacht. Und wo kämen wir denn schließlich hin, wenn wir uns von den anderen Lebewesen jeweils die Gene implantieren ließen, die uns augenscheinlich ein besseres, längeres, effektiveres Leben versprechen. Dann wollte ich die Haut einer Schlange haben. Faltencremes und Lifting wären passé. Und die Flügel eines Adlers. Damit käme ich überall hin, und zwar ohne Auto oder öffentliche Verkehrsmittel. Die Krallen einer Katze wären auch praktisch. Keine eingerissenen Fingernägel mehr. Und was wären die Folgen hiervon. Am Ende käme ein Monster à la Frankenstein heraus, das sich nur noch im Wald verkriechen kann, weil sich alle vor ihm fürchten. So bleibt mir nichts anderes übrig, als die paar eigenen Zähne, die ich noch habe, pfleglich zu behandeln. In diesem Sinne: Morgens, mittags, abends, Zähneputzen nicht vergessen.
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